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Archive for Juni 2009

Einfach zum Nachdenken

Juni 30, 2009 Kommentare aus

klausGrüß Gott!

Die Sommermonate, der Urlaub, die verdiente Erholung bietet uns auch die Möglichkeit an uns neu mit unserer Beziehung zu Gott auseinanderzusetzen, neu auf ihn zu hören.

Manches geht uns auf, was sonst in der Hektik des Alltags verschwindet.

Der Sommer lädt uns ein, die Schöpfung zu genießen.

Der Sommer ist eine Zeit der Fülle und der Freude.

Manche Sommertage lassen fast ein Gefühl der Zeitlosigkeit aufkommen.

Sie lässt uns etwas ahnen von der Ewigkeit.

Aber…um dem nachzuspüren braucht es auch

                   RUHE   und  STILLE.

Ich wünsche euch eine erholsame Zeit und viel Vergnügen!

                                     Klaus Coolen osc,   Dechant und Pfarrer.

Die Apostelgeschichte weiterschreiben…

Juni 30, 2009 Kommentare aus

paulusMüde sein- und doch andere

aufmuntern. Sich verlassen fühlen –

und doch andere zum Lächeln

bringen. Selber voller Fragen stecken –

und sich Ratsuchenden doch nicht verweigern.

Gehetzt sein –

und doch andere nicht mit Ausreden abwimmeln.

Schmerzen haben –

und doch anderen gegenüber Geduld aufbringen.

Belastet sein –

und doch anderen tragen helfen.

Nach einem Ausweg tasten –

und doch die Hand eines anderen nicht loslassen.

Vieles entbehren –

und doch anderen nichts

missgönnen.

Enttäuscht sein –

und doch anderen einen Streifen

Hoffnung vorleben.

Sich ausgebrannt vorkommen –

und doch anderen helfen, Sinn zu

finden.

Betend selber ohne Antwort bleiben –

und doch anderen den Glauben erlebbar machen.

Mit Ärger angefüllt sein –

und doch den Gruß jedes anderen

erwidern. Keinen Dank bekommen –

und doch unentwegt für andere da sein.

Da brennt etwas in mir, das mich immer wieder neu bewegt und verändert, berührt und erfüllt mit einer Flut von Liebe, die mich einhüllt und schützt, mich eintauchen lässt in Ruhe und Geborgenheit, die aber auch wie eine Quelle sprudelt, Kräfte freisetzt, Phantasie und Mut, Freude am Leben und Sehnsucht, auch selber Liebe verschenken und verströmen zu dürfen.

So, und nicht anders, würde ich die Apostelgeschichte weiterschreiben.

Und das ist erst der Anfang …

Mit ganz lieben Grüßen,

Anita Völker

Überlegungen und Wissenswertes

Juni 30, 2009 Kommentare aus

hectorJa, jetzt ist Sommerzeit, auf der Höhe der schönen Jahreszeit, da können wir es begreifen und anschauen: Licht und Luft und Weite. Das Bluhen der Welt. Gott hat die Erde wunderbar gemacht, bunt und warm und voller Leben.

*****

Im Juli steht das Jahr auf des Messers Schneide. Es kippt im. Wir haben den Stillstand der Sonne. Während die Erde vor Hitze kocht, beginnt bereits die Tallfahrt, an deren Ende der eisige Winter wartet.

*****

Unser Pfarrblatt hat auch eine ruhige Zeit. Ferien allerorten, und in vielen Familien werden die Reisevorbereitungen getroffen. Der Juli ist arm am kirchlichen Festen. Dagegen hat es di Sonntage in sich.

Trauer um Alt-Pfarrer P. Theo Hornman, osc

Juni 30, 2009 Kommentare aus

theÜber die katholischen Pfarrgemeinden von Leopoldau, Großfeldsiedlung und Seniorenheim Margareten hinaus trauern die Menschen um P. Theo Hornman. Am Donnerstag, den 4. Juni 2009 ist er, wenige Woche  vor seinem 84. Geburtstag, nach kurzer schwerer Krankheit  gestorben.

P. Theo wurde am 22. Juli 1926 in Eidhoven, NL, geboren.  Nach dem Gymnasium begann er 1947 sein Noviziat bei den Kreuzherren. Am 26. Juli 1953 wurde er zum Priester geweiht, 15 Jahre später kam er nach Wien.

P. Theo hat die Pfarrgemeinde  „Groß Leopoldau“ im Jahr 1968-1979 geleitet. Danach war er 3 Jahre lang als Pfarrer tätig in Hl. Kreuz. Von 1983 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1996 war er Pfarrer in Leopoldau. Er war nicht nur für die katholischen Christen ein segensreicher Hirte, sondern für uns alle ein verläßlicher Partner. Mit Interesse hat er das gesellschaftliche Leben in unserer Gemeinde begleitet und mitgestaltet. In seiner herzlichen Art war er ein Garant für das gute Miteinander von Gemeinde, Kirchengemeinden, Vereinen und Institutionen. Mit Dankbarkeit und großer Wertschätzung werden die Pfarrgemeinden sein Andenken bewahren.

P. Theo war sehr ein offener Mensch. Er war sogar sehr abenteuelustig. Vor 12 Jahren hatte er mich  vier Wochen lang auf  die Philippinen begleitet. Dort war er gerne am Meer und in den Bergen. Allgemein liebte er Gärten, Parks und Landschaften. Er hat Postkarten  gesammelt mit Blumen und Landschaften. An dieser Liebe zur Natur erinnert folgende eindrucksvolle Notiz: „Gott schläft in den Steinen, duftet in den Pflanzen, träumt in den Tieren und will in uns Menschen erwachen.“

P. Theo ist vielen Menschen begegnet und hat ihnen geholfen, sie sehr gut beraten. Er pflegte in seinem Leben einige tiefe Freundschaften, und so kommen ihm immer wieder Gedanken, wie das Leben mit diesen Menschen weiter gehen wird, nach unserem Tod. So schreibt er in einen seiner Broschüre, die er selbst gestaltet und in verschiedenen Heimen verteilt hat: „Trennung. Was ist das eigentlich? Wenn durch den Tod Trennung kommt zwischen einem Menschen und mir? Ist das dann wirklich eine „Trennung“. Oder sind wir im ,göttlichen Bereich‘ einander näher als je? Ist dann alles nicht wirklicher als je zuvor? Ist das nicht die Zeit des wahren Trostes?“

Ähnlich spürten viele seine Freunde, als er die letzten Tagen seines Lebens im Krankenhaus war, dass er voller Hoffnung und Erwartung auf den Tod und die Auferstehung, auf den lebenden Gott wartete.

Als Bischöflich Geistlicher Rat P. Theo Hornman+ mit 83 Jahren am Donnerstag im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder  sein Leben Gott zurückgab, da ging er ein in jenes Mysterium, das uns hineinführt in das Geheimnis des heiligen Leidens und Sterbens und der glorreichen Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus. Wie tröstlich ist dabei doch unser Glaube. Keiner geht diesen Hinübergang allein, immer ist es Jesus, der mit uns geht und der uns hinführt zum wahren Leben.

Unser Gebet, unsere Bitte heute soll darum einfach und schlicht sein: Christus, wir danken wir, dass wir den P. Theo bei uns haben durften. Er hat uns die heilige Eucharistie gereicht. Belohne seinen treuen Dienst. Bereite und schenke ihm nun die ewige Wohnung bei dir. Und du, Heilige Maria, du Schmerzensreiche, du blicke gnädig auf uns in diesem Tal der Tränen und bitte für deinen treuen Diener P. Theo.

— hpascua

Christophorus Aktion 2009

Juni 30, 2009 Kommentare aus

chritophDie Christophorus-Legende

Nach der Legende ist Christophorus ein Riese, der einen Herrn sucht. Weil er weder beten noch fasten kann, dennoch aber Christus als dem mächtigsten Herrn dienen will, erklärt er sich bereit, Menschen über einen reißenden Fluss zu tragen. Eines Nachts ruft ihn ein Kind. Er geht hinaus und trägt es über den Fluss. Da wird es immer schwerer – so schwer dass er, der Riese, zu ertrinken fürchtet. Ihm ist, als trüge er die ganze Welt auf seinen Schultern. Da sagt ihm das Kind: „Mehr als die Welt hast du getragen, der Herr, der die Welt erschaffen hat, war deine Bürde.“ Christophorus, dessen Name „Christus-Träger“ bedeutet, ist zum Patron der Reisenden geworden. Auch der MIVA dient er als Leitfigur, denn die Projektpartner in Mission und Entwicklung sind auf gewisse Weise ebenso „Christus-Träger“.

ChristophorusAktion

 „Pro unfallfreiem Kilometer einen ZehntelCent für ein MIVA-Auto“. So lautet die Bitte der MIVA an Autofahrer und Reisende. Die Aktion ist nach dem heiligen Christophorus, dem Patron des Straßenverkehrs, benannt und verbindet internationale Solidarität mit dem Dank für unfallfreies Fahren. Gesammelt wird am „ChristophorusSonntag“ in katholischen Kirchen oder per Banküberweisung. Die ChristophorusAktion ist die wichtigste Einnahmequelle der MIVA.

Am ChristophorusSonntag, den 26. Juli 2009 werden in den katholischen Kirchen Spenden für die Christophorus Aktion gesammelt. Sie legt den finanziellen Grundstein für alle Aktivitäten der MIVA.

Für die Aktion kann das ganze Jahr über gespendet werden: PSK 1.140.000

Bleib cool in deiner Haut

Juni 30, 2009 Kommentare aus

coolDie „Infrau“ hat sie, die Speckrolle zwischen T-Shirt und Hosenbund. Das Body-Shirt für den fast freien Oberkörper des sommerlich selbstbewussten Mann ab 17 ist auch angesagt. Ein bisschen Haut hier, ein paar Muskeln da, Körper ist immer in.

Aber der nackte Blick in den eigenen Spiegel ist nicht immer eine Augenweide.

Da nervt: Zu mollig oder eben nicht, zu dünn oder auch ganz anders. Der Schock einer Sechzehnjährigen: „Was, ne Falte, ich brösel vor mich hin.“

Einige reagieren dann XXL, weil sie meinen, den ihnen als mega toll verkauften „Idealen“ entsprechen zu müssen. Die fressen sich dann aus Frust, weil sie wohl nie ein Model sein werden, die Pfunde auf die Hüften. Andere laufen und laufen, fast krank, bis kaum noch etwas von ihnen übrig bleibt, oder hungern sich dünn und krank.

 

Bleib einfach cool, lass dir die Entscheidung über dein Aussehen und Auftreten von keinem aus der Hand nehmen, auch wenn die noch so überzeugend scheinen, weil man sie berühmt nennt.

Und wenn du an deinem Körper zweifelst, spricht mit vertrauten Menschen, Freundinnen und Freunden, mit den Eltern über dein Wohlbefinden in den vier Wänden deiner eigenen Haut. Miteinander darüber sprechen, macht stark und attraktiv!

 

Also cool bleiben: Dein Körper ist keine Live Show, immer gestylt und jedem Trend folgend. Dein Körper, sagen wir besser, dein Leib, ist dein Leben lang dein Wohnzimmer. Wenn nötig, nimm dich wieder selbst in die Hand und vergiss nicht, einer hat schon mit deiner Geburt gesagt „in meinen Augen bist du schön“.

Klar, du bist jung, also alle Zeit der Welt, hoffentlich. Aber eines ist, wie es ist, ob es dir gefällt oder nicht: Dein Leib ist dir nur geliehen, irgendwann musst du ihn zurückgeben, und die Zeit läuft.

Gedanken zum Alten Testament

Juni 30, 2009 Kommentare aus

Das Buch Jeremias 

Jeremias gehört neben Jesaja und Ezechiel zu den drei großen Schriftpropheten der jüdischen Bibel. Tatsächlich hat er nicht alles selbst aufgeschrieben, vieles stammt von Schülern und das Buch ist auch mehrmals überarbeitet worden.

Jeremias ist einer der „nabis“ der gerufenen Rufer, ein Rufer gegen den Strom. Er sieht die Dinge aus dem Blickwinkel Gottes. Er soll Mahner sein, aber auch Mittler zwischen Gott und Volk. Diese Diskrepanz zeigt sich bei Jeremias auf besonders dramatische Weise.  Seine Wirkungszeit liegt zwischen 627 und 587 vor Christus in einer politisch hochbrisanten Zeit. Palästina ist zu einem Spielball der Mächtigen geworden. Gerade erlahmt die Bedrohung durch Assur, wird es   von Ägypten erobert. Doch dann bedroht Babel das Land. Mit Tributzahlungen kann man es sich noch einige Zeit vom Leibe halten.  Juda zeigt sich allerdings nicht bündnistreu, schielt auf die Hilfe Ägyptens und so wird Jerusalem ein erstes Mal erobert und die Oberschicht mitsamt dem König wandert nach Babel ins Exil. Doch die Zurückgebliebenen leisten sich den Luxus, den babylonischen Statthalter zu ermorden und so ist es mit Juda 586 nach einem babylonschen Vergeltungsschlag endgültig aus. Jerusalem und der Tempel werden zerstört. Jeremias ist da schon auf der Flucht in Ägypten, zu der er gezwungen wurde und dort verlieren sich auch seinen Spuren.

  Jeremias wird noch im Mutterleib berufen, gegen den Anspruch Gottes hat er keine Chance. Er stammt aus einer Priesterfamilie nördlich Jerusalems und kennt sich mit den religiösen Interna also bestens aus. Er wird zum leidgeprüften Anwalt Gottes, denn Israel hat sich in andere Götter verliebt, läuft ihnen hinterher, Jahwe wendet es den Rücken zu. Unter König Joschija ist Jeremias eine kurze Zeit des Aufatmens gewährt, er hilft mit, religiöse Reformen einzuleiten. Doch unter Joschijas Sohn Jojakim, einem Despoten,   wendet sich das Blatt. Jeremias erinnert immer wieder an den Bund mit Gott,   dessen Bruch, den er mit Ehebruch vergleicht. Warum soll Gott das treulose Volk zurückhaben wollen? Kriege sind Gottes Strafe, doch würden die sofort aufhören, wenn die Menschen wieder nach Gottes Wort leben würden. In seiner Tempelrede weißt Jeremias darauf hin, dass Gott nur dann unter seinem Volk leben möchte, wenn es seinen Bund hält, ansonsten seien ihm die Opfer der Priester ein Gräuel. Jeremias ständige Anklagen nerven die Menschen, Mordpläne werden gegen ihn ausgeheckt, seine Verwandten wollen nichts mehr von ihm wissen, er vereinsamt und gerät immer mehr in seelische Not. Aber er kann nicht aufhören für Jahwe zu sprechen. Auf Gottes Geheiß vergleicht der Prophet das Volk mit einem Gürtel, der anstatt getragen in einem Erdloch vergammelt oder einer Dürre, die über blühendes Land kommt. Er leidet unter den Worten, die er verkünden muss und wünscht sich, nie geboren worden zu sein.

Jeremia soll nicht heiraten und keine Kinder zeugen als Zeichen dafür, dass die gegenwärtige Existenz Judas keine Zukunft hat und auf eine  Katastrophe zuläuft.

Als weitere Zeichenhandlung zerbricht er einen Topf am Stadttor als Ausdruck des kommenden Gerichtes und geht mit einem Joch im Nacken durch Jerusalem als Zeichen dafür, dass es besser sei sich Babylon zu unterwerfen als zweifelhafte politische Bündnisse zu suchen; der einzig wahre Bündnispartner wäre ohnehin Gott.                              Die Priester haben nun genug, beginnen Jeremias zu misshandeln und zu foltern. Schließlich wird der Prophet auf königlichen Befehl verhaftet, er gilt als Hochverräter, weil er immer wieder den König kritisiert. Fast hätte man ihn in einer Zisterne sterben lassen, hätte nicht ein beherzter Wächter eingegriffen. Nach der ersten Eroberung Jerusalens und der Verschleppung der jüdischen High society macht Jeremias den Exilanten Mut. Gott wird einen neuen Anfang setzen. Doch in Jerusalem verlässt man sich weiter nicht auf Gott und so kommt es zum zweiten endgültigen Krieg. Jeremias muss nach Ägypten mit, obwohl er bei den geknechteten Juden im Land bleiben will. In seinen Trost- und Mutmachschriften erzählt Jeremias von einem Gott, der in den Herzen der seinen wohnen wird und dass es   nie zu spät für einen neuen Anfang ist.

Jeremias ist sein ganzes Leben lang   gegen den Strom geschwommen. Wir können seine  Verzweiflung verstehen, wenn wir daran denken, wie es uns geht, wenn wir eine Zeitströmung nicht mitmachen, ja vielleicht sogar dagegen ankämpfen wollen. Jeremia macht Mut. Gott ist zeit seines Lebens mit ihm im Gespräch geblieben.